Ketzerisches Venedig

Ketzerisches Venedig. Zwischen Reformation und Inquisition. München, 2018, Claudius V.

Venedig war die größte Stadt über die Alpen, wo man über die neuen Ideen von Luther diskutieren konnte. Die Regierung war zwar katholisch aber in der reichen Hauptstadt war eine gewisse Toleranz üblich

Die Venezianer waren eine gebildete Gesellschaft, die Interesse hatte, für alles was Neues war. In Venedig wohnten Orthodoxen, Armenier, Juden und manche Moslimen: Menschen aus verschiedener Herkunft, Sprache, mit anderen Gewohnheiten, anderen Esskulturen. Handelsbeziehungen und Nachbarschaft brachten die viele Gemeinschaften nah.

Die Präsenz einer zahlreichen deutschsprachigen Gemeinschaft, die Druckindustrie, die Stärke der neuen Doktrin und einer gewissen Freiheit der Diskussionen zogen viele Denker in die Stadt. Manche nannte sie “das neue Genf”. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Regierung das Inquisitionsgericht wieder im Gang stellen und solchen freien Debatten ein Ende setzen.

Dieses Führer stellt jene Orte vor, wo Künstler, Handwerkern, Patrizier, Intellektuellen oder das einfache Volk heftig die neue lutherische Botschaft diskutierten. Es erinnert an die ersten mutigen Schritte zur Freiheit des Denkens.

Text: Cristina Gregorin; Fotos: Norbert Heyl

Claudius Verlag, 2018

Aus dem Venedigplan von Jacopo de’ Barbari. Außerordentliche detailtreue Wiedergabe von Venedig im Jahr 1500
Die Arkaden in Rialto, wo vor allem Goldschmiede und Juweliere über Luthers Doktrin diskutierten
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